 Ist HTTP bald nebensächlich?
Google möchte das Internet beschleunigen .
Der Konzern hat zu diesem Zweck ein neues Projekt gestartet das, so zumindest der Plan auf kurz oder lang das althergebrachte Hypertext Transfer Protocol ablösen soll.
HTTP , das seit 1996 Web-weiter Standard ist, soll dem in Entwicklung befindlichen, sogenannten SPDY Protokoll zwar zugrunde liegen aber deutlich optimiert werden.
Google hat mehrere Kritikpunkte an HTTP .
So ermöglicht das altgediente Protokoll nur einen Datentransfer pro Verbindung und übermittelt Daten in vielen, kleinen Objekten,
die eines nach dem anderen übertragen werden, da nur eine Abfrage pro Verbindung unterstützt wird.
Bislang wurde dieses Problem rein Browser-seitig gelöst in dem moderne Webbrowser mehrere Verbindungen parallel zueinander erlauben.
Außerdem plant Google eine Optimierung der, bislang unkomprimierten und zum Teil überladenen oder gar unnötigen Header.
So soll SPDY zwar auf HTTP aufgebaut werden und ebenso auf TCP basieren, jedoch mehrere Abfragen pro Verbindung erlauben und das Verbindungsmanagement und die Transferformate ersetzen.
Laut Google soll SPDY HTTP auch nicht ersetzen sondern vielmehr ergänzend zu dem bisherigen System eingesetzt werden.
In der Entwicklung will der Konzern sich nicht nur auf die eigenen Mitarbeiter verlassen sondern hofft nach eigener Aussage auf die Mithilfe der Open Source Community und von Industriespezialisten.
Auffällig an der Entwicklung ist, dass es sich bei SPDY um ein Push Protokoll handelt.
Das bedeutet, dass im Gegensatz zu dem Pull Protokoll HTTP , das jedes Objekt einzeln anfordert (oder eben auch nicht, wenn es nicht erwünscht ist)
die Webpage komprimiert aber in ihrer Gesamtheit an den Client übermittelt wird.
Adblocking oder ähnliche Funktionen können dementsprechend also nur noch auf dem lokalen Rechner ausgeführt werden,
während HTTP das selektive Herunterladen von Web-Inhalten und das nutzen des Caches mit vorgespeicherten Elementen ermöglicht.
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